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Interview: Nico König

So kurz vor dem Start der neuen Festspielsaison haben wir hier noch ein Interview mit Nico König für euch. Geführt haben wir es mit Nico als er im letzten Jahr bei den Störtebeker Festspielen dabei war.

Interview: Andrea Theuer und Tino Nickelsen

Viel Spaß dabei!

Nico, wie kam es denn zu deinem Engagement bei den Störtebeker Festspielen?

Als ich 1992 in Bad Segeberg angefangen habe war Peter ( gemeint ist Peter Hick, Intendant der Störtebeker Festspiele) ja gerade weg. Fred Braeutigam der jetzt hier bei den Störtebeker Festspielen die Pyrotechnik macht spielte damals meinen Vater, also den von Old Surehand. Es war damals eine große Verbundenheit zwischen den Leuten die noch da waren (auch mit den Stuntleuten) und zu Peter der gerade hier anfing.
1993 sind wir dann mit dem Bus von Heino Lilienthal, der jetzt die Bürgerstuben in Bad Segeberg führt, des Öfteren hier gewesen und haben hier alle besucht und daher kenne ich auch Peter. Und Peter hatte mich dann wohl auch regelmäßig in Bad Segeberg gesehen, weil er die Verbindung nach dort noch aufrecht erhält.
Peter und ich mochten uns immer und ich fand es klasse was er hier auf die Beine gestellt hat. Das ist ja hier nur eine Privat Person, da steht keine Stadt dahinter, sondern Peter selbst. Er hat immer mal Andeutungen gemacht wenn ich mal keine Lust auf Segeberg habe oder einfach keine Rolle dort für mich ist das ich ihn mal anrufen soll.
Dann hat er mir über die Jahre hinweg glaube ich 3 mal direkt was angeboten, was dann immer nicht ging. Weil ich entweder war ich in Bad Segeberg im Wort oder ich habe gedreht. Dieses Jahr (gemeint ist 2017) war es eben so das ich nach 3 Jahren am Stück in Segeberg mit Wolfgang Spahr, Stefan Tietgen und Ute Thienel im Einklang war mal wieder eine kleine Pause zu machen. Und da kam mir das Angebot von Peter gerade recht.
Und ich hab auch gesagt hätten sie sich jetzt einen Old Surehand gesucht der in meinem Alter ist dann hätte ich den Apanatschka auch spielen können. Es ist natürlich völlig illusorisch wenn Alexander Klaws, der übrigens wie ich finde absolut Bombe ist und alles mitbringt was man haben muss. Ich meine wer an der Liane hängt und dann noch jeden Ton trifft der wird auch in Bad Segeberg keine Probleme haben kämpfender Weise aufs Pferd zu springen und dabei noch gelassen zu bleiben. Also ich habe noch nichts gesehen, werde es mir aber natürlich ansehen. Aber dann ist es natürlich völliger Quatsch, man kann keinen 48 jährigen den jungen wilden Apanatschka spielen lassen und dann einen 33 jährigen den Old Surehand. Und insofern waren sich da alle Seiten einig und ich hab dann einfach mal das Angebot von Peter angenommen und gesagt ja dann mache ich das mal.

Was sind die Unterschiede bei der Arbeit zwischen Bad Segeberg und in Ralswiek bei den Störtebeker Festspielen?

Ja die Probenarbeit das unterscheidet sich alles nicht so groß. Weil die Voraussetzungen sind ja die gleichen. Pyrotechnik, Stunts, Pferde, Kutschen. Der einzige Unterschied ist das die Bühne hier mindestens doppelt so groß ist, also von der Fläche her. Das heißt die Statisterie ist größer. Ich glaube hier 75 Statisten, In Segeberg sind es immer so um die 35 – 40 Statisten, also es ist alles ein bisschen größer. Von der Anzahl der Pferde her weiß ich es jetzt gar nicht, das tut sich aber nicht viel. Vielleicht haben wir hier 2 oder 3 Pferde mehr. Und das ganze ist natürlich auch ein bisschen mehr textlastig, es sind längere Bilder es erinnert eher an ein Theaterstück während Segeberg ja auch immer sehr zügige, sehr an die Zuschauer angepasste Show ist. Natürlich schauspielerisch muss das alles stimmen aber es sind markige Sätze, kurz hintereinander. Und die Geschichten kennt der eingefleischte Zuschauer ja auch, jeder weiß worum es beim Ölprinz geht usw. Und selbst wenn ist es nicht schwer nachzuvollziehen worum es geht. Und das ist hier etwas anders und auch schwieriger. Da muss man das Publikum schon mal versuchen dazu zu bewegen auch mal zu zuhören, gerade wenn so ein Dialog über 2-3 Seiten geht, was in Segeberg ja selten der Fall ist. Weil da geht ein ganzes Bild über 2- 3 Seiten wenn man das vergleicht. Weil hier haben wir 9 Bilder über 2 Stunden verteilt und in Segeberg hat man da in der Zeit zwischen 18- 20 Bilder. Also viel mehr an die Sehgewohnheit des Publikums angepasst.

Also ist das ja dann schon ein Unterschied beim Proben wenn hier ein Bilder deutlich länger geht als eben in Bad Segeberg wo es die kürzeren Bilder gibt?

Ja klar natürlich, aber es ist wie gesagt fast ein bisschen mehr Theaterarbeit. Es ist mehr Dialogarbeit im Vergleich zu Bad Segeberg, auf jeden Fall.

Und nachdem du nun hier dabei bist ist es so das hier mal wieder spielen würdest oder liegt der Reiz immer noch mehr in Bad Segeberg dabei zu sein ?

Nein also Segeberg ist so tief in meinem Herzen verwurzelt. Ich mach da keinen Hehl draus. Ich bin hier und auch wirklich glücklich, die Kollegen sind toll, das Team ist toll, die Führungsriege ist super, das Stück bis hin zu den Stunts und den Kleindarstellern. Aber Karl May, der Wilde Westen, also ich bin immer im Herzen mehr im Wilden Westen als im Wilden Osten, sagen wir es mal so. Also das ist ganz klar, ich bin ja nun auch Hamburger, meine Familie ist dort. Und Segeberg ist auch ganz in der Nähe und da kann man sich den Sommer über austoben und tolle Sachen machen und ist trotzdem bei der Familie. Das ist hier natürlich etwas schwieriger zu machen.

Und als abschließende Frage. Das Stück „Butterbrot“, wird das mal in nächster Zeit wieder aufgeführt?

Ja wir haben versucht es mal wieder anzuschieben. Auch in größeren Theatern, das Problem ist es ist eine 80er Jahre Komödie, auch wenn ich finde das sie immer noch hochaktuell ist. Und sich die Beziehung zwischen Männern und Frauen sich nicht so wahnsinnig geändert hat über die Jahrtausende möchte ich fast sagen. Es gibt immer Männer die sagen da haue ich ihr mit der Keule auf den Kopf und ziehe sie an den Haaren in die Höhle. Und es gibt immer Männer die sagen ich muss sie umgarnen, also die trafen da ja alle aufeinander. Wir gucken mal, vielleicht wird es nochmal was, aber ich kann jetzt wirklich nicht mehr dazu sagen . Vielleicht stemmen wir ( gemeint sind da auch seine Bühnen Kollegen Joshy Peters und Oliver Hörner) das auch nochmal alleine mit einer eigenen Produktionsstätte.

Könnte man den nicht während der Karl May Saison nicht mal so 1-2 Szenen einfach irgendwo spielen? 2015 hatte Ralf Bauer es so gemacht und in Bad Segeberg während der Spielzeit einen Abend veranstaltet mit Liedern und Texten.

Das haben wir ja mal gemacht. Zwar nicht während der Saison aber außerhalb in Bad Segeberg. Also da könnte man sowas natürlich mal machen, also das wäre schon eine Idee, ja klar. Dann spielen wir Montag bis Mittwoch „Butterbrot“ und Donnerstag bis Sonntag „Karl May“, dann bekomme ich sicher Ärger mit meiner Frau. Nein absolut das wäre natürlich eine Möglichkeit.

Wir bedanken und bei Nico König für das Interview, das sehr ausführlich war und viel Spaß gemacht hat. Und freuen uns ihn in diesem Jahr wieder auf der Bühne in Bad Segeberg zu sehen.